Wir stehen später auf. Wir frühstücken zum Beispiel Polenta mit Spiegelei und in Kokos mit Zucker lange gekochten Maniok in Bananenblättern {Titelfoto). Dann darf Reiner von Maria lernen wie der brasilianische Pudding gekocht wird: Eier werden mit gesüsster Kondensmilch und Milch gemixt. Zucker wird mit Wasser karamelisiert. Die Eiermischung wird auf das Karamell gegossen und alles wird im Wasserbad bei starker Ober- und Unterhitze gebacken.



Wegen den Wahlen sind die Straßen verstopft und wir warten bis Mittag, um aus dem Haus zu kommen, wir unterhalten uns mit dem Übersetzer, denn Maria spricht kein Englisch. Aber es geht mit dem Übersetzer gut. So zeige ich mit ein paar Fotos das Familien- und Arbeitsleben. Wir haben kleine Geschenke, Seife, Kerzen und Keramik von der Arbeit und eine kleine Spreewaldpuppe und ein sorbisches Osterei mit. Das freut Maria und uns freut es, dass sie sich freut.

Warten auf den weiteren Verlauf des Tages

Weiter warten, halb eins, draußen Autohupen, Sirenen und Sonnenschein
Irgendwann geht’s los zum Yachtclub. Dort dürfen wir unsere Gastgeber zum Mittagessen einladen. Es schmeckt alles sehr gut, hat aber auch seinen Preis. Und zuerst gebe ich ein schlecht geputztes Glas zurück und bekomme auch kein neues.Aber ich trinke auch lieber Caipirinha und nicht Wein.


Der Sohn mit Familie lädt uns zum Bootstrip auf eine Yacht ein:


Die Skyline ist vom Wasser aus sehr beeindruckend und die Häuser direkt am Wasser mit Meerzugang sind natürlich sehr teuer, erklärt uns der Sohn. Darauf trinken wir ein alkoholfreies Bier, denn der Sohn muss noch fahren und in Brasilien gilt die 0 Promillegrenze.


Am öffentlichen Strand herrscht im Unterschied zum Bad im Yachtclub die dunkle Hautfarbe vor. Vielleicht weil es der nächstliegende Strand ist, legen wir vor ihm an. Der Tochter gefällt es und wir tollen mit ihr im Wasser rum. Schön frisch ist es hier!



Wieder im Yachthafen angelangt, muss ich vor dieser Kulisse nochmal ins Wasser…Ich hatte das frohe Treiben vom Restaurant aus beobachtet und mich ins Wasser gewünscht.Voila!

Wieder geht’s im Auto nach Hause und wenig später zum Abendessen in die Altstadt. Wenn ich zusammenfassen soll, was die Straßen abends beherrscht, so sind es Zäune vor den Häusern, Mauern, herunter gelassene Jalousien, Polizei, Militär, Oberleitungen, Menschen ohne Obdach und dann erst alles andere. Vor allem viel Mudik.Wir finden einen schönen Platz, um draußen zu sitzen. Im Fernsehen laufen die Wahlergebnisse und zurück im Zimmer ballert ein Feuerwerk nach dem andern. Musik und Stimmen hallen bis in den 15.Stock hinauf. Salvador ist in Ausnahmestimmung.





…der Fernseher mit den Eahlergebnissen im Hintergrund.Jo hörte die ganze Zeit schon die Wahlergebnisse.
Brasilien ist mit der Wahl wie Deutschland weiter nach rechts gerückt. Bolsonaro wird zitiert: „Das ist das Ende der linken Arbeiterpartei.“ Von den Linken bleibe als Vermächtnis lediglich „ein Rekord an ermordeten Frauen, an verschuldeten Brasilianern, an hohen Steuern, an Hoffnungslosigkeit“. Jetzt gehen der amtierende Präsident und der Sohn des vorigen Präsidenten im Oktober in die Stichwahl.