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Baden am Marinha de Brasil, Salvador auf den zweiten Blick, samt Kochschule

Heute, am 12. Oktober 2026, ist in Brasilien ein gesetzlicher Feiertag: Es ist der Tag der Schutzpatronin Brasiliens, Nossa Senhora, und Kindertag zugleich. Die Familien richten sich am Strand gemütlich ein. Für uns ist das nichts. Wir sind froh, trotz roter Flagge im Atlantischen Ozean planschen zu dürfen. Das Wasser erfrischt etwas. Aber dann wollen wir lieber was unternehmen. Ist am Feiertag nicht so einfach. Zum Glück buchten wir abends einen Kochkurs in der Nähe, in Stella Maris.

Für nicht mal 10 € fahren wir mit einem Taxi ca. 20 km, eine halbe Stunde, stadteinwärts. Alle Straßen sind zugeklappt, die Rollläden geschlossen- Feiertag! Unser angesteuertes Museum für Archäologie und Ethnologie ist geschlossen wie alle Museen samt Botanischen Garten. Nur im Touristenviertel, im Inneren Stadtzentrum, ist Hochbetrieb.Wir entdecken schöne Wandmalereien, ein buntes „Kleid“ (es hat Hosenbeine) für mich und landen in der Cachaca- Bar. Prost!

Am frühen Abend laufe ich nochmal über die Straße zum Strand. Die Flut brachte das Meer näher und die Wellen schlagen höher, der Rettungsdienst hat Feierabend, die rote Fahne flattert im Wind und ein paar Kinder spielen Wellenhopsen. Die Frauen vom Essensstand packen ihre Sachen zusammen, am anderen Stand bekommt ein Obdachloser was zubereitet. Die leeren Plasteflaschen und Kokosnüsse bleiben am Strand liegen.

Unser gebuchtes Kochevent beginnt mit liegen in der Hängematte (ich) und Hundekraulen (Reiner).

Das Event findet in einem Privathaus in einer bewachten Siedlung statt. Weil zwei Teilnehmerinnen noch erwartet werden, nehmen wir am Siedlungsleben teil. Für einen streunenden Hund im eingezäunten, bewachten Gebiet wird das Herrchen gesucht. In der Zeit treffen die kanadischen Damen ein und das Event kann starten. Wir lernen, wie der Caipirinha gemixt wird, dazu wird Manneskraft gebraucht:

Ich schnipple aus Tomaten, Paprika, Zwiebeln feinen Salat, der nur mit Salz, Korianderkraut und Essig angemacht wird- geschmacklich wird das nicht mein Fall, und auch nicht mit dem zusätzlichen scharfen Chillis wird es für mich rund. Eine Kanadierin rührt kräftig auf dem Gasherd die Brigaderomasse zum Kloß. Das werden kleine, (mir zu) süsse Pralinen, bestehend aus gesüßter Kondensmilch, gelierter Sahne mit 15% Fettgehalt und Kakao. Wir wälzen sie in Kakostreuseln. Die andere Kanadierin stampft bestimmt zehn fette Knobizehen (aus der Tüte mit noch mehr davon drin), die mit Öl angebraten werden, dann kommt erst der Reis zum Dämpfen dazu, mit etwas aufgekochtem Wasser. Außerdem zerkleinern wir die Salatzutaten samt Knobi im Mixer, um sie in Wasser mit Salz zu kochen, dazu geben wir Palmöl, Kokosmilch, reife gelbe Kochbananen, Shrimps und für mich verlorene Eier. Das allgegenwärtige Maniokmehl braten wir mit Öl zu Krümeln zusammen. Sehr viele Gerichte, wie zum Beispiel Bohnen, werden mit diesen Krümeln serviert. Eine feinere Variante des Maniokmehls kochen wir mit Wasser und Salz zu Brei. In den durchweg englischsprachigen Gesprächen geht es unter anderem um die Kochbananen, die man ebenso wenig roh verzehren soll wie das Maniokmehl. Die schon vorgekochten Maniokstäbchen frittieren sich von selbst in einer Caipirinha- Pause. Ein interessantes, vielfältiges Tellergericht kommt zu stande. Auch wenn ich eine gewisse Gewürzvielfalt vermisse: ja, das ist authentisch und außerdem sehr lehrreich, dafür bin ich dankbar und satt außerdem. Der Hausherr fährt uns sogar zum Hotel zurück. Reiner sendet mir die Rezepte und so ist der brasilianische Fotoabend mehrfach gesichert, denn zu Hause warten zwei Brasilienkochbücher auf ihre Entdeckung.

PS: Die Message sind die Pfannen.Also wenn ich am Ende der Reise eine kriege, würde ich glatt eine mitschleppen, auch wenn sie nur auf dem Feuer und nicht auf dem Induktionsfeld funktioniert. Unsere Chefköchin kochte mit Gas. Das rief Kindheitserinnerungen in mir wach. Ist ein anderes Kochen.

2.PS: Das Maniokmehl heißt in in Brasilien Farinha de Manioca. Dabei gibt es verschiedene Körnungen und verschiedene Trocknungs- bzw. Fermentationsprozesse sowie verschiedene Farben. Fein gemahlener Maniok heißt Fina und wird zum Backen z.B. der Käsebällchen verwendet. Für die Farofa, dem Maniokbrei, wird gerösteter Maniokgrieß verwendet. Für den Brei Pirão das ungeröstete. Für rohes Mehl wird die Wurzel geschält, gerieben, gepresst und getrocknet. Für geröstetes Mehl wird der Maniok in großen Pfannen geröstet- wir sahen es bei der indigenen Urbevölkerung im Amazonas in Kolumbien. Das Mehl wird auch fermentiert. Maniokmehl ist glutenfrei und die Stärke aus dem Mehl natürlich auch, sie heißt Tapioka.

Letztes PS: Grüne oder gelbe Kochbananen sollte man nicht roh essen, aber es gibt auch schwarze, vollteife, die gut verdaulich sind. Gebraten, gebacken oder frittiert kennen wir sie aus Kolumbien.

…(fast) alles zu erfahren unter KI Google.

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