Heute standen wir 5 Uhr auf.Eigentlich sollte es mit Kanus zu Beobachtungen gehen, aber ich glaube, so viele Kanus wie Menschen in der unterdessen gewachsenen Gruppe sind nicht da. Es enttäuscht mich etwas, aber müde bin ich auch und nicke zwischendurch auf dem Motorboot ein. Das Boot verharrt an prädistinierter Stelle und wir sind alle ganz still. Die Flußdelphine zeigen leider nur ihren Rücken und tauchen wieder ab.. Trotzdem ist es schön. Trotz Morgennebel oder Smog (der Guide sagt Smog) geht die Sonne schön auf.




An unserer Anlegestelle werden die Delphine gefüttert, damit wir sie fotografieren können. Sie haben über 200 Zähne. Die Dame, die grade im Wasser mit einer Schwimmnudel verharrt, kommt dann doch mal raus.
Reiner beobachtet Insekten und Vögel:


Lange fahren wir mit dem Motorboot zu einer Familie, wie der Guide betont, keine idigene, sondern eine bunt gemischte.Indigene und Migranten kamen zusammen und bauten ein festes Holzhaus und betreiben Ananasanbau. Dafür wird auch mal ein Waldstück gerodet.






Ais den niedergebrannten Palmen strebt wieder Leben ans Licht. Ich entdecke eine Gewürzpflanze, ähnlich wie Salbei.

Das ist die Cashewfrucht, vom gleichnamigen Baum, reif zum Essen, mit Chashewkern unten dran.Den gelben Saft gibts überall.

An diesen Palmen Tucumá wachsen Nüsse, die man essen kann und aus denen man Öl gewinnt. .Das Fruchtfleisch schmeckt etwas nach Walnuss. Aus dem Fruchtfleisch wird Saft gewonnen.Aus der Mandel und dem Fruchtfleisch verschiedenes Öl.



Die Hühner picken an den herunter gefallenen Cashew.

In diesen großen Pfannen werden die Maniokwurzeln gekocht oder geröstet. Es gibt weitere einfache Holzmaschinen, mit der Hand zu betreiben, wahrscheinlich zum Beispiel eine Presse. Der Guide zeigt uns die gewonnene Stärke, das Tapiokamehl.

Der Haus- und Hofaffe gehört zur Familie wie die zahlreiche Kinder- und Enkelschar. Er weiß, wer hier was zu sagen hat:


Das ist ein relativ kleiner Baum mit braunen Früchten, die wie Kiwi aussehen.Es ist ein dem Kakaobaum ähnlicher Baum, Cupacu. Es gibt davon Saft und Eis in Brasilien.
Nachmittags bricht unsere Gruppe zu einem kleinen Abenteuer auf. Bei 41 Grad gehts zum Übernachten in den Dschungel.


Schnell klebt die Bekleidung vom Schwitzen am Körper. Zumal Reiner außer seiner Hängematte unsere Bar trägt.

…und falls man sich übergeben oder anderes raus muss, kann man es hier stilvoll tun. Aber Wasser zum Nachspülen oder Händewaschen gibt es keins. Klopapier wirft man überall in Brasilien in daneben stehende Eimer, da die Kanalisation sonst überfordert wäre.


Wir lernen, unsere Hängematten richtig aufzubauen.Derweil hat Lorenzo längst Feuer gemacht und brät die Hühnchen, die er ebenso wie Reis und Ananas hergeschleppt hat.



Er flechtet aus den Palmemblättern Tabletts für das Essen und er hat nichts dagegen, dass ich ihm helfe und dabei lerne, wie es richtig geht.

…Dann stoßen wir mal auf die bevorstehende Nacht an…bei Sonnenuntergang im Dschungel.


Kein Stock, zwei Tierchen: Stabheuschrecken

Die Hühner werden fachmännisch in essbare Stücke zerteilt

…und danach geht’s schnell in die Hängematte. Bloß nicht lange nachdenken, wie schön jetzt Wasser oder Zähneputzen wären. Mir juckt es schon jetzt überall und ich wefe mir eine Allergietablette rein. Gute Nacht!