Zum Inhalt springen

Der Dschungel hat alles (auch an Medizin)

Diesen Morgen brechen wir mit zwei Guides zu einer kleinen Dschungelwanderung auf. Sobald wir in das Dickicht des Waldes kommen, steigt die Luftfeuchtigkeit noch weiter an und der Schweiß läuft, ohne einen Schritt zu tun. Der „Native“ Guide geht mit dem großen Messer voran und sichert den Weg für uns. Der zugezogene Guide übernimmt die englischen Erklärungen und fragt mich oft, ob ich alles verstehe. Aber ich habe ja zu bestimmten Zeiten Google und kann nachlesen und somit das Gehörte und Gesehene vervollständigen. Erklären ich ihm zu seiner Beruhigung.

Zuerst greift der Guide in ein Termitennest am Baum rein und zerreibt die Tiere an den Händen und verteilt den angenehmen Duft am Körper- es ist ein natürliches Mückenschutzmittel.

An dem großen, alten Kapokbaum demonstriert der Guide, wie man im Dschungel um Hilfe rufen kann. Diese Bäume haben im Alter die imponierenden Brettwurzeln. Diese oberirdischen Wurzeln können viele Meter hoch und breit wachsen..Die Bäume können über 70 m hoch werden!

Ich glaube, das nachfolgende Foto mit dem stachligen Stamm gehört zu einer Palme, deren Krone ich aber nicht fotografierte. So ist die genaue Bestimmung schwierig. Es gibt im Amazonas sogar eine derartige Palme, die vom Aussterben bedroht ist.

Aus diesem Baum kommt Milch, sie schmeckt ähnlich wie Kuhmilch, deswegen heißt der Baum auch Milchbaum, in portugiesischen Amapáda.

Diese Schönheiten liegen so auf dem Trampelpfad rum

Der Guide zeigt uns den Rosenholzbaum und läßt uns an der duftenden Rinde schnuppern. Es riecht süßlich, für mich nach Sandelholz. Aus dem Baum wird bzw. wurde das ätherische Öl für das Chanelparfüm gewonnen.

An dem Eukalyptusbaum demonstriert der Guide den Geruch und wie man Rauch erzeugt, der die Mücken vertreibt:

Hier öffnet der Guide die Paranuss, wie der andere Guide sagt, die teuerste Nuss Brasiliens. Man soll nur zwei am Tag davon essen, weil die Nüsse einerseits sehr gesund sind, andererseits einen hohen Selengehalt aufweisen und radioaktiv sind. Das habe ich bisher nicht gewußt.

kleine Nuss

Uns wird auch ein sehr alter Mahagonibaum vorgestellt, der Guide behauptet, er wäre tausend Jahre.

Am Kautschukbaum demonstriert der Guide, wie der Saft zwei Fingerkuppen zusammenklebt. Ich bin das Testmodel, die „Mam“, wie er mich auf alt- amerkanische Art nennt.

…und so sieht eine „richtige“ Bromelienblüte aus! Riesig!“ Größer als ich!

Nach der (für mich zu) langen Miitagspause (Reiner schnarchte, ich lernte mangels anderer Beschäftigung den Reiseführer Brasilien auswendig. Und duschte mehrmals unter dem spärlichen Strahl….) steigen wir auf das Motorboot und fahren zunächst bis zur Brücke, wo unser Bootsweg in die Tupana Lodge startete. Der Guide zeigt uns den höchsten Wasserstand. Das das Hochwasser jedes Jahr kommt, ist sehr wichtig für die Natur und die Menschen, die hier leben und Früchte ernten müssen.

Ananaslieferung, ich esse die zuckersüßen Früchte hier zu jeder Mahlzeit, Anlegestelle mit Holzhaus auf Stelzen:

An der Brücke sind die jeweiligen Wasserstände der Jahre angezeichnet, jetzt ist der Rio hier höchstens 2, 3 Meter tief

…es blitzt mehrmals. Diesmal habe ich die Regenjacke mit, da kommt kein Regen…Kurz sehen wir die rosa Delphine auftauchen. Angeln werden ausgeteilt, ich halte es zunächst für einen Touriwitz. Bis Fische anbeißen und sogar freiwillig ins Boot hopsen und bei den dort sitzen Damen Panik auslösen.

…kleine Piranhas…die drei geangelten werden wie Trophäen rumgereicht, damit jede/r sich mit dem Fang darstellen kann. An meiner Angel fehlte das Fleisch, als ich sie wieder hochzog. Glückwunsch an den Fisch, der nicht an meine Angel ging.

Mit Einbruch der Dunkelheit beginnen die Frösche zu quaken und unser Guide leuchtet die Ufer mit der Taschenlampe aus, damit wir die Augen der Kaimane entdecken. Eine ganze Kaimanfamilie leuchtet mit acht Goldaugen aus dem Uferstreifen. Ein Kaiman schwimmt nicht gleich weg:

…und ein kleiner wird vom Guide gefangen und rumgereicht und dann wieder in die Freiheit entlassen. Nun sind die beißwütigen Fliegen verschwunden und stattdessen schwirren dicht an dicht Mückenschwärme im Taschenlampenlicht.

Heute gehen alle zeitig ins Bett, um morgen 5 Uhr zum Sonnenaufgang fit zu sein. Sie sind alle jünger als Reiner und fast alle jünger ich und brauchen den Schönheitsschlaf. I ch sitze grade allein in dem Internetempfangs-, Essen- und Barraum (einziger Raum mit Getränken aus dem Kühlschrank) und schreibe den Bericht. Die Grillen zirpen und heller Gesang ist zu hören, er soll von den Fröschen kommen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert