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Wandern in der Chapata Diamentina

27.280 Schritte, 15 bis 20 km, oft bergauf, bergab geschafft! Völlig fertig fallen wir bereits 19 Uhr ins Bett. Essen brauchen wir auch keins mehr. Ein fantastischer, anstrengender Wandertag liegt hinter uns.

Pünktlich nach dem Frühstück holt unser Guide Gustavo uns ab. Einmal kam Gustav Walter zum Diamanten schürfen oder was auch immer aus Deutschland hierher, ansonsten hat Gustavo wunderbare schwarze Haare von seinen indigenen Vorfahren. Stramm marschiert er vorneweg und ich denke, wenn das so weitergehen soll, schaffen wir keine Stunde. Wir sehen den Markt voller Obst und Gemüse, meine geliebten Melonen ziehen an mir vorbei. Und auf geht’s, hinaus aus dem Städtchen und wie soll es anders sein: aufwärts. Der Fluss, der Hochwasser brachte, bringt jetzt nur ein Rinnsal zu stande. Es regnete lange Zeit nicht. Ich befürchte Schlimmes für die Tour, aber meine Stimmung verbessert sich am ersten Stop, einem Badeloch!

So, nun bin ich froh gelaunt.Gustavo zeigt uns, wie wir mit roten Steinen malen können. Ich stecke mir mal einen kleinen ein. Es liegt auch Eisenerz auf dem Weg rum. Er zeigt uns eine Pflanze, deren Tannine das Wasser rostig färben.

Der Sand von den Steinen hat viele verschiedene Farben. Ein einarmiger Mann steht an Marketing technisch guter Stelle und malt Flaschenbilder, wir können ihm dabei zuschauen, und kaufen natürlich eine Miniversion.

Quarz in den Steinen und Kakteen auf den Bergen

In den Schluchten, die mich an die Sächsische Schweiz erinnern, bemerke ich, dass ich am Badeloch meine Uhr vergessen habe. Kein Problem für Gustavo, wir laufen zurück, er springt Voraus und hält mein gutes Stück in den Händen.Das ist nochmal gut gegangen!

Das letzte und vorletzte Bild sind die Früchte vom Korkbaum. Aus seiner Rinde wird der Kork hergestellt.

Hier wachsen Guaven heran

Das ist die Jackfrucht

Gustavo zeigt uns die Blätter vom Trompetenbaum. Sie sehen ein wenig wie Lorbeerblätter aus. Sie, die Rinde und die Blüten enthalten schwaches Gift. Als ich das Blatt zerreibe, verströmt es einen angenehmen, aber strengen Duft. Diesen Geruch meiden Mücken und Fliegen.

Mangos, an einem Stand sehe ich drei verschiedene Sorten. Nicht alle sind süß. Der Mangobaum:

Termitenbau am Baum und wiedermal ein Badepool mit Wasserfall:

Gustavo gibt mir Sicherheitshinweise, die Steine auf dem Weg zum Wasserfall sind glatt

Nachdem wir es bis auf den Aussichtspunkt geschafft haben, zurück wandern und wieder an der Badestelle vorbeikommen entschließt sich Reiner, mit ins Wasser zu kommen.

Wieder wandern wir froh (schweißgebadet in der Mittagshitze). Es geht abwärts und in den Ort. Gustavo läßt uns eine Frucht von der Cayennekirsche/Pitanga/Surinamkirsche probieren. Die Kirsche weist einen sehr hohen Vitamin C Gehalt auf, ist aber nicht haltbar und wird deshalb nicht exportiert, höchstens als Marmelade.

Nach dem Lunch in einem Restaurant mit Selbstbedienung- ich esse viel Salat, Bohnen und fritterten Maniok und wir trinken frisch zubereiteten Ananas- und Mangosaft- geht’s wieder stramm hinauf und eigentlich will ich nicht mehr, d.h. meine Hüften machen mir begreiflich, dass ich etwas älter bin…Nach 3 km aufwärts und auf grade Strecke, die sogar schattig ist, erreichen wir eine weitere traumhafte Badestelle:

Äffchen turnen im Baum, Eidechsen huschen über die Steine, Fischchen knabbern uns im Wasser an:

Die kleinen Fische sind Piabas.Wir thronen grade auf einem Stein mitten in dem Badeloch, da schwimmen Heerscharen heran und fangen an, mich zu zwicken, zu saugen und an mir zu knabbern. Sie fressen winzige, abgestorbene Hautschuppen ab. Mir ist das nicht ganz geheuer. Ich schwimme lieber davon.

Man kann den Wasserfall runterrutschen, auf eigene Verantwortung. Aber dazu sind wir zu sehr erfahren und deshalb vorsichtig und möchten keine Schäden erleiden, also verzichten wir darauf. Obwohl es in jedem Reiseführer angepriesen wird.

Das werden im November riesige Cashewfrüchte.

    …und das ist zu guter Letzt unsere Belohnung: Kokosnussaft trinken aus der Kokosnuss, die aus dem Kühlschrank kommt. Lecker.

    Ich drücke Gustavo zum Abschied, möge er sich was Angemessenes für uns morgen zum Wandern ausdenken. Ein stundenlanger Auf- und Abstieg in praller Sonne ist es wohl trotz traumhafter Aussicht oben nicht. Ich kehre noch in die Apotheke ein, bitte was für heile heile Rücken und Hüften….Na ein Bier geht noch rein.

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